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The Art of Non-Conformity (Chris Guillebeau)

15. März 2012 in Bücher

Set your own rules, live the life you want and change the world

Buchtipp für Querdenker, Lifehacker und digitale Nomaden

Das Buch ist auf jeden Fall ein Tipp für alle, die unkonventionell arbeiten, leben und reisen möchten. The Art of Non-Conformity (AONC) gibt es mittlerweile auch als gedrucktes Buch. Ich habe mir meine Ausgabe für den Kindle gekauft, was mir ermöglicht, auf iPhone, iPad und Mac parallel und synchronisiert zu lesen, was ich sehr angenehm finde.

Als kleine Übersicht: Das Buch ist inhaltlich in drei Teile gegliedert und hat 256 Seiten, stellt also einen recht überschaubaren Leseaufwand dar.

Die drei Teile

  • The remarkable life
  • Reclaiming work
  • The power of convergence

Insgesamt lässt sich sagen, dass AONC erstmal kein HowTo-Buch ist. Stattdessen hat Chris Guillebeau eine Mischung aus Anekdoten, inspirierenden Beispielen und grundsätzlichen Ansätzen zur Umsetzung zusammengestellt. Das ist aber auch insofern in Ordnung als Chris ganz bewusst als Nicht-Guru auftritt und immer wieder bescheiden schreibt, dass dies oder jenes seine Art ist, mit einem Aspekten umzugehen, und nicht die Standard-Lösung für jeden seiner Leser. Das macht Chris in meinen Augen sympathisch, bedacht und erspart dem Leser alles gleich “kaufen” oder ablehnen zu müssen.

The remarkable life

Im ersten Akt spricht Guillebeau gleich den Kern der Sache an: Es geht um Konformität und die Frage, ob und inwieweit man mit dem Strom schwimmen will (oder muss). Jeder hat das schon mal gehört. Du erzählst Deinen Eltern oder Freunden, was Du gerne tun würdest oder vorhast und stößt auf Widerstand. Es geht um das alt bekannte “Wenn alle von der Brücke springen, springst Du dann auch?”. Wir wissen, dass diese Metapher oft genutzt wird, um Kindern auszureden, das zu machen, was “alle anderen” machen (oder das zu haben zu wollen, was alle anderen haben). Chris dreht das um und fragt: Nur weil alle denken, man müsste gut in der Schule sein, studieren und dann in einem Job mindestens 40 Stunden pro Woche an einem Schreibtisch sitzen und für andere arbeiten (=von der Brücke springen), glaubst Du das auch (=springst Du einfach auch von der Brücke)? Oder schaust Du Dir in aller Ruhe an, wie die anderen springen, wirfst einen Blick nach unten und entscheidest Dich dann anders?

Mein Lieblings-Zitat im ersten Teil:

Bullshit is work that is done merely to complete requirements, make you look good, or otherwise fill up the hours of the day.

Reclaiming work

“Kompetenz ist (Deine) beste Chance auf Sicherheit und Absicherung”, so die Hypothese.
Ich stimme vollkommen zu. Was Du kannst und gelernt hast, ist “money in the bank”. Konzentriere Dich darauf, Deine Kompetenz(en) weiterzuentwickeln.
Ob man sich dann für die Selbständigkeit entscheidet, Unternehmer wird oder einfach nur “Rockstar-Angestellter”, das kann sich jeder selbst überlegen.

Hier bin ich mit Chris ebenfalls d’accord:

Some people think self-employment is risky, but the real risk lies in deriving your security from an external source.

The power of convergence

Im letzten Teil des Buches geht es darum, wie alles zusammenpasst und zusammenkommt: Konvergenz.
Ja, wir können nicht alles auf einmal haben. Deshalb müssen wir auch aufhören, manche Dinge zu tun. Eine gute Idee von Chris ist die “To-Stop-Doing List”, eine Liste mit den Dingen, die Du nicht mehr tun willst und wirst. Das ist nicht ganz einfach, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Vielleicht kann ich nicht jeder Verpflichtung nachkommen, an jedem Meeting teilnehmen, jede Geburtstagsfeier besuchen, auf jeder Hochzeit tanzen und andere ähnliche Events wahrnehmen.

Die vorgeschlagenen Filter sind zwei Fragen:

  • Warum sollte ich das tun? (Mögliche Antworten: Weil es von mir erwartet wird; weil es das ist, was alle tun; vielleicht ist es diesmal anders, etc.)
  • Was wird passieren, wenn ich es nicht tue? (Mögliche Antworten: Wahrscheinlich gar nichts; jemand könnte das nerven; jemand anders könnten denken, dass es schlau war, dass ich es nicht gemacht habe, etc.)

Weitere nicht ganz neue Ideen, die aber einfach wichtig genug sind, dass wir alle sie ruhig ein paar Mal öfter hören können, sind Ansätze zum Minimalismus: Was brauche ich wirklich? Was ist nur Ballast? Was muss ich wirklich lesen oder mir anschauen? Was kann ich getrost ignorieren? …

Na und dann, was will ich machen? Wohin reisen? Wen treffen?

Was wird mein Vermächtnis sein?

Ja, die Frage stellt sich, auch wenn es sich etwas hochtrabend anhört. Und darauf will der Autor auch raus und den Leser ganz klar damit konfrontieren. Die Sache ist eben die: Wer keine großen und wichtigen Fragen stellt, wird nichts Großes und Wichtiges erreichen.

Fazit

Das Buch ist schnell und einfach zu lesen und gibt einen tollen Überblick über das Leben jenseits der Konvention. Es passt gut zu Tim Ferriss “4-Stunden-Arbeitswoche”, bleibt aber in einem erfrischend anderen Stil und bietet damit eine weitere Perspektive zu verwandten Ansätzen und Zielen.

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